Muli uli?

Lesezeit ca.: 6 Minuten, 15 Sekunden

11.11.2017
MaxLa
3780

Muli uli?            

Hey Leute, was das heißt?
„Wie geht’s dir?“
Also mir geht es gut!
Es ist so viel passiert, da muss ich erst einmal schauen wovon ich euch heute berichte...

O.K.!
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass allmählich der Alltag eintritt – endlich!

 

Man gewöhnt sich einfach an so viele Dinge, die einem zu Anfangszeiten diverse Probleme erbracht haben. 
Zum Beispiel der ständige Lärm um unser Haus... seien es die Nachbarn, die pausenlos reden, das Radio von Njapthe morgens um 6 oder die kontroversen Diskussionen im Lehrerzimmer bei denen Lautstärke meist das beste Argument ist.
Auch an die ständigen Smalltalks am Straßenrand gewöhnt man sich. Mein Chitumbuka wird zum Glück auch langsam besser. Für Begrüßungen, Smalltalks und Gespräche auf dem Markt reicht es schon.
Njapeti möchte nun sogar ein wenig Deutsch lernen :-).
So saß ich letztens mit ihr und ein paar Nachbarn draußen stundenlang auf einer Matte und wir haben uns gegenseitig Tumbuka und Deutsch beigebracht...merken konnte sie sich bisher allerdings nur „Guten Morgen“ und „Tschüss“, wobei es eher wie „Kute Morge“ und „Tzusch“ klingt...aber ich will gar nicht erst wissen wie komisch sich mein Tumbuka anhört, haha!

 

 

In den malawischen Akzent hört man sich allmählich auch rein...mir fällt auf, dass vor allem Schülerinnen im Unterricht oft Kombinationen aus Englisch und Tumbuka sprechen, man nehme einfach jegliches englisches Wort, welches mit einem Konsonanten endet, und hängt ein „e“ oder „i“ an. 
Das kann dann so klingen: „The Goati isi the primary consumeri ofe the foode chaine.“
Das Original: „The goat is the primary consumer of the food chain.“
Hab dann mal probiert im Unterricht genauso zu reden und voilá, die Schüler haben mich direkt alle verstanden...
Natürlich werde ich weiterhin versuchen den britischen Akzent zu nutzen, denn den sollen sie ja lernen, weischt?

Mit der Projektarbeit bin ich dennoch nicht zu 100% zufrieden...der Unterrichtsstoff ist nach wie vor herausfordernd, um nicht zu sagen überfordernd. Natürlich helfen einem die Lehrer, aber man merkt dass ein zu großer Teil der Schüler mich nicht versteht, was den Unterricht nicht einfach macht.
Die Klassengröße wächst, die Form 1 hat nun um die 55 Schüler/-innen, dementsprechend hoch ist auch der Lärmpegel während des Unterrichts. Ganz witzig ist der Sportunterricht...mit 55 Schüler/innen und zwei Fußbällen, was irgendwie schon wieder Spaß macht weil die Schüler/innen einfach so temperamentvoll sind. 
Dennoch macht es manchmal wirklich Spaß, denn einige Schüler machen wirklich Fortschritte – und das ist ein tolles Gefühl!
 

 

Hier habt ihr ein Bild unseres Netball-Teams, haben das Spiel natürlich gewonnen,.
Auch das Fußball-Team der TAWUKA ist ziemlich gut, im Moment wollen wir ein Volleyball-Team gründen, da wir letztens ein Volleyball-Feld gebaut haben. 
Übrigens sind die meisten Schüler/innen sportlich echt begabt. Nach nur ein paar Trainingseinheiten können sie schon Spielzüge, wie wir sie in der Schule nicht mal wirklich hinbekommen haben.
Mittwochs ist immer Sporttag, da werden nach dem regulären Unterricht immer verschiedene Sportarten angeboten, an denen die Schüler teilnehmen können.

 

Ich versuche euch mal kurz zu beschreiben, wer denn so alles auf dem Schulgelände rumrennt...
zum einen natürlich die vielen Schüler, die meistens alle in Schuluniform anzutreffen sind die bei den Mädchen aus weißer Bluse mit rotem Rock besteht, das Lehrerkollegium was im Vergleich zu anderen Schulen noch einen recht jungen Durchschnitt hat, unsere Sekretärin, der Headmaster (sowas wie Co-Direktor und Vermittler zwischen Lehrer und Direktor), der Direktor, ein paar Bauarbeiter weil hier momentan Baustelle ist, das Kochteam und Joha, der Fahrer unserer Schule. Bezüglich der Baustelle, momentan werden hier quasi ein Krankenhäuschen für das Mädcheninternat und neue Toiletten für die Lehrer gebaut. 
 

 

Vor einiger Zeit waren wir übers Wochenende in Mzuzu und Ekwendeni unterwegs.
Für diejenigen die es nicht wissen, wenn wir von Chilumba nach Mzuzu fahren durchqueren wir Ekwendeni. Dort wohnt Johanna, eine andere Freiwillige, in einer Gastfamilie und lädt uns immer wieder ein, bei ihr zu übernachten. Rita, ihre Gastmutter, ist eine sehr herzliche und freundliche Frau und ich genieße es immer wieder bei ihr zu sein weil es einfach eine gute Abwechselung zu dem Alltag in Chilumba ist. Achja, hier Rita beim Nsima kochen. Das hat sie uns beibringen wollen  und ich sag euch: es sieht einfach aus als es ist. Danach brauchst du kein Krafttraining mehr smiley.

 

Freitags haben wir bei Johanna übernachtet, Samstags sind wir dann weiter nach Mzuzu um uns mit den Freiwilligen aus Senga Bay und Chinteche zu treffen. Übernachtet haben wir dort in der Mzoozoozoo Lodge, die einem Deutschen gehört. Für diejenigen unter euch, die EVENTUELL irgendwann mal nach Malawi wollen, die Lodge ist super und günstig. Und cool. Ich meine schaut euch mal die Bar an, nicht schlecht oder?

 

Das Highlight der letzten Zeit war allerdings der Besuch im Nyika-Nationalpark vor zwei Wochen. 
Dieser riesige Nationalpark ist bekannt für seine beeindruckende Höhenlandschaft, hauptsächlich bestehend aus riesigen Wiesen-Ebenen und kleinen Seen. Dort sind Jakob und ich zusammen mit einigen anderen Freiwilligen und mit Bernhard Schwarz, dem die Mzoo Lodge gehört, für zwei Tage hingefahren. Bernhards Jeep hat sich für das wirklich unebene und verwilderte Gelände wirklich gelohnt. Die Nacht haben wir dort auf einem Campingplatz verbracht und ich muss sagen, es war echt echt kalt dort oben. Wieso dort oben? Der Nyika Nationalpark liegt auf gut 1.000-1.600 Meter Höhe und es ist ziemlich windig dort.
Leider ist die Artenvielfalt der Tiere im Nyika ziemlich überschaubar...auch wenn wir leider keinen Elefanten gesehen haben, Zebras, Großriedböcke und andere Antilopenarten reichen ja erstmal wink.
Einige schöne Wälder gab es dort auch, die Pflanzenvielfalt ist einfach so kontrastreich zu der deutschen. Alles ist viel größer und mächtiger!
Für die die es interessiert, an Fauna gibt es hier im Norden Malawis alles von Pavian, Antilope, Gecko, Reiher, Spatzen, Zebras, Schwarze Mamba bis zu Skorpionen und Walzenspinnen.
Die letzten drei findet man leider sogar außerhalb der Nationalparks...Spinnen und Skorpione sind bei uns keine Seltenheit.
Hier mal ein paar Bilder des Nationalparks für euch.

 

Bis zum nächsten Eintrag wünsche ich euch liebe Grüße,


Max


Kommentare


Holger 15.11.2017 15:44:09

Na also, das hört sich doch ganz gut an :-)

Andreas Plietker 19.11.2017 07:35:37

Hi Max, es hört sich ja alles gut an. Tolle Bilder - tolle Eindrücke - kaum vorstellbar. Aber ich bin mir sicher, dass es eben nicht immer so leicht ist. Ich habe von Deinem neuen Projekt gehört - dafür wünsche ich Dir alles Gute. Hals- und Beinbruck lass ich mal aus, kommt in der Familie Lachnicht im Moment nicht so gut, oder? Liebe Güße von Simon (schreibfaul, aber neugierig), Johannes, Susanne (aus Saerbeck(:-)) und Andreas.

Über mich

Hallo, ich bin Max Lachnicht!

Ich komme aus Gronau-Epe, nahe Münster in Westfalen und bin neunzehn Jahre alt.

Momentan mache ich mein Abitur am Canisiusstift in Ahaus und werde ab September im Rahmen des Kolpingwerk Deutschlands ein freiwilliges soziales Jahr in Malawi machen!

Wieso ich das mache?