Halbzeit

Lesezeit ca.: 2 Minuten, 40 Sekunden

25.03.2018
MaxLa
1084

Hallo Leute!

Schon mehr als ein halbes Jahr lebe ich nun in Malawi.

Der Projektwechsel von Chilumba nach Ekwendeni hat mir gut getan, denn nun kenne ich beide Seiten der malawischen Wohnweise: die ländliche und städtische.

Meine Mitfreiwillige Johanna hat, bezüglich der Halbzeit, bereits einen super Artikel geschrieben, denn ich nun einfach aus mangelnder Kreativität (oder Faulheit!) fortführen werden.

Ihren Artikel findet ihr hier: https://johannainmalawi.blogspot.com/2018/03/halbzeit.html#more

 

Abgesehen von dem Minibusfahren, dem Nsima kochen und der Handwäsche habe ich gelernt, wie man handtellergroße Spinnen tötet, Hühner und Ziegen schlachtet, Chitumbuka und Chichewa spricht, zum Frühaufsteher wird (gezwungener maßen), mit Händen und Füßen spricht (Umgangssprachlich), sich mit Mückenspray allmählich die Haut wegätzt, wie man hauptsächlich nur von Reis und Nsima lebt, davon Nsima zwei mal täglich, das gute Krombacher Bier wertschätzt, wie man perfekte Sonnenbrände bekommt, Plumsklos benutzt, malawische Kirchenmessen feiert, malawische Beerdigungen feiert, Schüler unterrichtet, die meine Eltern sein könnten, sich mit einer Rinderherde die unbeleuchtete Straße teilt, auf dschungelartigen Spielfeldern Fußball spielt, immer wieder die selben fünf Lieder im Taxiradio erträgt, sich an die teils unerträgliche Hitze gewöhnt, mit einer 2-Liter Flasche duscht, weil nach den Stromausfällen immer Wasserausfall herrscht, sich mit betrunkenen Minibusfahrern verbal auseinandersetzt, korrupte Polizeikontrollen mit zwei Euro umstimmen kann, den malawischen Marktgang auf Chitumbuka meistert, mit Verstopfung lebt, der morgendliche Tee zur Gewohnheit wird, sich dem Familienleben anpasst, mit Fünfzig Leuten auf die Ladefläche eines Klein-LKWs passt, durch falsche Blicke falsche Signale an das andere Geschlecht sendet, fast komplett auf Milchprodukte verzichtet, wie man das Privileg, Deutscher zu sein, wertzuschätzen lernt, Ziegendarm isst (nicht lecker!), Mülleimer nur zur Dekoration nutzt, ohne Besteck isst (gefällt mir sehr!), sich immer wieder rechtfertigen muss, dass Hitler kein guter Mensch war und erklären, dass wir in Deutschland kein Nsima essen.

Auch ich könnte die Liste noch lange weiterführen!

Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich mich nun wirklich an die malawische Kultur gewöhnt habe. Man fließt quasi mit dem Strom, was meiner Meinung eines der Ziele von 'weltwärts' sein sollte.

Mit dem Erlernen der lokalen Sprache öffnen sich einem so viele Türen, die vorher verschlossen blieben, denn gerade das, was nicht auf Englisch gesagt werden kann, das macht die lokale Kultur aus. Außerdem wird einfach im Taxi nicht auf Englisch gelästert! Das meiste verstehe ich leider noch nicht wirklich, weil echt schnell geredet wird, aber schon einzelne Signalwörter reichen oft!

Die Grenze unserer Sprache ist nun mal die Grenze unserer Welt :-).

Und da ist was dran!

 

Das war es auch schon wieder,

yewo chomene für eure Aufmerksamkeit!

(Danke vielmals)

 

Tisanganengeso!

(Wir „treffen“ uns wieder!)

Max

 

 


Über mich

Hallo, ich bin Max Lachnicht!

Ich komme aus Gronau-Epe, nahe Münster in Westfalen und bin neunzehn Jahre alt.

Momentan mache ich mein Abitur am Canisiusstift in Ahaus und werde ab September im Rahmen des Kolpingwerk Deutschlands ein freiwilliges soziales Jahr in Malawi machen!

Wieso ich das mache?